Verband der Kleingärtner Baden-Württemberg e.V.

Fachberatung

Ferdinand Killius
Dipl.-Ing. für Gartenbau

Amtlich anerkannter Sachverständiger für
das Kleingartenwesen


Meisenknödel und Futterhäuschen - wie füttere ich Vögel richtig?



Brot, Kuchen oder gewürzte Speisereste sollte man nicht verfüttern.

Um zu verhindern dass sich die Vögel mit Krankheitserregern wie Salmonellen infizieren, sollte die Futterstelle sauber, also nicht durch Vogelkot oder schimmelige Nahrungsreste verunreinigt sein.

Besser als Vogelhäuschen sind Futtersilos. (Dort ist das Futter besser vor Feuchtigkeit geschützt und sie verdrecken nicht so leicht mit Vogelkot).

Beim Futter gilt: Nur wenige Vogelarten stehen auf Meisenknödel.

Die verschiedenen Finkenarten, der Dompfaff, der Kernbeißer oder auch Zeisige fressen beispielsweise gerne Sonnenblumenkerne und Hanfsamen.

Amsel, Drosseln, die seltene Heckenbraunelle, das Rotkehlchen und der kleine Zaunkönig mögen Rosinen( nicht geschwefelt), Beeren, Haferflocken oder Obst.

Viele Vogelarten wie die Heckenbraunelle, der Zaunkönig oder Drosseln meiden den Besuch am Vogelhäuschen, ihnen bietet man das Futter besser direkt auf dem Boden an.

Um es Katzen und anderen "Vogelliebhabern" nicht einfach zu machen, sollte der Standort für die Futterstelle immer in einigem Abstand von Hecken und Sträuchern liegen.




Ernte und Lagerung von Obst und Gemüse

Den richtigen Anbau von Gemüse und Obst beherrschen viele Kleingärtner. Zu einem erfolgreichen Gartenjahr gehört aber auch die richtige Ernte und Lagerung der Gartenernte. Die Gartenbautechnikerin und Mitarbeiterin der Karlsruher Beratungsstelle für Obst- und Gartenbau Dobromira Kloor hat hier einige wichtige Tipps zusammengestellt


Die Ernte

Himbeeren

Egal ob man Gemüse oder Obst erntet, für die Haltbarkeit spielt das Erntewetter eine entscheidende Rolle.

Nässe ist der schlimmste Feind aller Aufbewahrungsmethoden, bei Regenwetter sollte man also nicht ernten

Ernte bei prallem Sonnenschein ist ebenfalls schlecht, da die verbleibenden Pflanzen oder Früchte ihren Schattenspender verlieren, das kann zu Verbrennungen Wachstumsstörungen oder zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit führen.

Beim Ernten von Wurzelgemüse, die Erntelöcher wieder abdecken, so wird Schädlingen der Zugang versperrt und der Boden trocknet weniger aus.

Alles was länger gelagert werden soll, erntet man am Besten in den Vormittagsstunden, besonders Früchte entfalten mit ansteigendem Tageslicht ihr stärkstes Aroma.

Reifes Obst und Fruchtgemüse beim Ernten nie mit den Fingerspitzen festhalten, sondern vorsichtig mit der ganzen Hand umgreifen und drehen. (So verhindert man anfangs kaum bemerkbare Druckstellen, die später braun und matschig werden können.)

Bei langstieligen Früchten kann man eine Berührung ganz vermeiden, indem man den Stiel an seiner Basis abbricht.

Außer Brombeeren, Himbeeren und (teilweise auch) Erdbeeren sollte man alle Früchte mit Stiel ernten.


Lagerung

Die Einlagerung größerer Mengen Obst und Gemüse ist nur möglich, wenn geeignete Räume vorhanden sind.

Keller müssen weitläufig, gut belüftet und kühl sein.

Zwischen drei und sechs höchstens bis acht Grad gelten als ideale Lagerungstemperatur.

Obst nie in unmittelbarer Nachbarschaft von Kartoffeln, Zwiebeln, Lauch, Kohl oder Tomaten lagern.

Spät reifende Äpfel (und anderes Winterobst) vor dem Einlagern ein bis zwei Wochen lang flach in einem trockenen Zimmer ausbreiten, dann an einem kühlen dunklen Ort, am besten in Papier eingewickelt einlagern.

Herbst-und Wintersorten nie gemeinsam einlagern

Kürbisse und Gurken werden in Netzen aufgehängt

Getrocknete Kräuter in luftdicht verschlossenen Gläsern an einem kühlen Ort aufbewahren.

Auch Obst bleibt in luftdicht, verschlossenen und kühl gelagerten Gläsern lange frisch und knackig.

Kohlköpfe kann man entweder ohne Hüllblätter in Sand einschlagen oder mit Hüllblätter am Strunk kopfüber im kühlen, feuchten Keller aufhängen.

Zwiebeln und Knoblauch kann man am Laub bündeln oder zum Zopf flechten und so an einem luftigen kühlen Ort aufhängen.

Möhren, Rote Beete, Meerrettich und Winterrettich ohne Laub jeweils nebeneinander in eine Kiste mit feuchten Sand einlegen, kühl aufstellen und Sand feucht halten.

Kartoffelknollen nach der Ernte ohne Laub einige Stunden trocknen lassen und in Säcken aufbewahren(nur gesunde Knollen)



Bewährte Obstunterlagen für kleine Gärten

Baumobstarten werden sortenecht auf speziellen Unterlagen ("Wildlingen") vermehrt. Die früher meist verwendeten Unterlagen wachsen mittel bis stark, die auch im Kleingarten – außer Spalier – als zu stark anzusehen sind bzw. viel Aufwand für Schnitt bedürfen. Sie sind für großkronige Formen (Rundkrone auf Halb- und Hochstämmen) geeignet. Für die Spindelerziehung verwendet man schwächere bis mittelstarke Unterlagen. Die Unterlagenwahl kann und muss bei der Neupflanzung berücksichtigt werden.

ObstartUnterlageAnmerkung
ApfelBusch, für Spindelerziehung
M 9 (Standard; Hauptunterlage)
M 27 (für starkwachsende Edelsorten,
z. B. Boskoop, Jonagold)

M 26 (für schwachwachsende und/oder kleinfruchtige, reichtragende Edelsorten)

für Spaliererziehung:
mittelstarke Unterlagen wie M 7, M 4, da langlebiger
jeweils:
- Ertrag früh und meist regelmäßig;
- positive Fruchtqualität


- begrenzte Lebensdauer (15-20,
selten 25 Jahre);
- zeitlebens Pfahl erforderlich;
- durchlässige, nährstoffreiche Böden;
- Wühlmausgefahr
BirneSpindel und Spalier:
Quitte A:

Quitte C:
im Vergleich zu Quitte C etwas stärker im Wuchs und frosthärter.
besonders für Birnenbäume im Container
beide benötigen einen Pfahl
Süßkirscheschwach: GiSelA 3, Weiroot 72
mittelstark: GiSelA 5, Weiroot 158
Spindelerziehung wirkt sich zusätzlich wuchsbremsend aus.
Sauerkirschewurzelechte Anzucht wirkt wuchsbremsend!Kleinkroniger Baum der jährlichen Rückschnitt benötigt. Daher schwachwuchsinduzierende Unterlagen nicht zwingend.
Zwetschge, Pfirsich, AprikoseWangenheim bzw. Wavit,
St. Julien A, Ishtara:
jeweils positive Fruchtqualität und keine/wenige Ausläufer/Stockausschläge
St. Julien 655/2 (wegen starker Ausläuferbildung) bzw. Fereley (wegen problematischer Frosthärte in Süd- und Ostdeutschland) nicht empfehlenswert

Das Hügelbeet

Für Kleingärtner, denen die Arbeit im Garten aus Alters- oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr leicht fällt ist ein Hochbeet eine sinnvolle Alternative zum normalen Gartenbeet. In 70 oder 80 Zentimeter Höhe lässt sich kör-perschonend fast alles anbauen, was auch in den normalen Flachbeeten gedeiht. Aber Hügelbeete sind nicht nur für Behinderte oder alte Menschen eine wundervolle Möglichkeit als Kleingärtner aktiv zu sein, sie bieten Vorteile die für jeden Schreber interessant sind.

Vorteil eins: Durch seine steilen Wände sind die angebau-ten Pflanzen für viele Schädlinge kaum erreichbar. Baut man am Boden einen engmaschigen Draht ein, haben Ratten und Wühlmäuse keine Chance. Und auch den Maulwurf muss man nicht mehr fürchten.

Vorteil zwei: Hochbeete sind Warmbeete. Die Wärme der Sonnenstrahlen wird durch die bodenferne Lage besser ge-nutzt. Außerdem sind sie durch Stroh- Reisig – Laub- und Holzschichten gegen den kühlen Boden geschützt und wie ein Komposthaufen produziert ein Hochbeet durch die Verrottungsprozesse in seinem Inneren seine eigene Wärme. Temperaturen die zeitweilig mehr als fünf Grad über denen in einem Flachbeet liegen, begünstigen die Keimung und das Wachstum der Gartenpflanzen.
Ein Hochbeet - so haben Studien ergeben - bringt bis zu drei Mal so viel Ertrag wie ein Flachbeet. Besonders wärmeliebende Pflanzen wie beispielsweise Paprika gedeihen prächtig.


Tipps für den Bau eines Hochbeetes

Um all diese Vorteile nutzen können, muss das Hochbeet an einem sonnigen Standort so angelegt werden, dass die Längsachse des Beets in Nord–Süd Richtung liegt. Die senkrechten Wände der Hochbeete können so die Wärme der Morgen- und Abendsonne optimal ausnutzen.

Die Grundfläche auf der das künftige Beet entstehen soll, muss etwa zwei Spatenstiche tief ausgehoben werden. Der Boden wird dann mit fein-maschigen Draht, der an den unteren Wänden der Rahmenkonstruktion des Hochbeets befestigt wird, ausgelegt. Ziel ist es Wühlmäuse und Maulwürfe von den Wurzeln der Pflanzen fern zu halten.

Zum Bau können Bohlen, Rund- und Schalhölzer, Wellblech, Stein und andere stabile Materialien verwendet werden. Holz sollte imprägniert sein, damit sich die Lebensdauer des Beetes verlängert. Inzwischen sind auch biologische Präparate im Handel. Entscheidend hängt aber die Lebens-dauer eines Hochbeetes von der Dauer der Rotteprozesse im Innern ab. Dieser und die damit verbundene Wärmeproduktion bleiben solange erhalten, bis das eingebaute organische Material und vor allem das grobe Holz vollständig in Humus umgewandelt sind. Insofern sollten bei der Vorbereitung neben den Baumaterialien für die Wände auch das Volumen des mit Holz, Reisig und anderem organischen Materials zu füllenden Hohlraum bedacht werden.

Eine Holzkonstruktion, wird mittels Vierkantpfosten, die ins Erdreich geschlagen werden, gestützt. Die Füllung des Beetes erzeugt einen starken Druck auf die Außenwände. Daher werden die Pfosten mit Gewindestangen, Unterlegscheiben und Muttern an beiden Seiten verstrebt. Wichtig ist, dass im unteren Bereich des Beetes von unten und von den Seiten Regenwürmer und Mikroorganismen Zutritt zum Rottematerial haben.
Die Füllung erfolgt folgendermaßen: Zuunterst liegen dicke Holzstämme und Äste. Die Hohlräume werden mit Holzhäcksel ausgefüllt und "zur Rotte angeimpft", das heißt sie werden leicht mit feuchter Muttererde überdeckt. Es folgen Heckenschnitt, Reisig, Grassoden, Stroh, Rasenschnitt oder Laub. Zuletzt werden Kompost und die zuvor ausgehobene Muttererde aufgetragen. Reifer Kompost sollte immer nur oben aufgedeckt, evtl. locker mit der Muttererde gemischt, aber nicht untergearbeitet werden.

Hochbeete haben bei sorgfältiger Anlage eine Lebensdauer von 10-15 (u.U. sogar 20) Jahren


Weiterführende Informationen zum Bau eines Hochbeetes finden sie in der neuesten Ausgabe (Heft 5) des Baden-Württembergischen Kleingärtner auf Seite sieben.


Dachbegrünung

Dächer gibt es viele in Kleingartenanlagen, vermutlich sind es tausende, begrünte Dächer findet man dagegen leider nur selten. Dabei haben Dachbegrünungen eine Vielzahl von Vorteilen, für unsere Umwelt, für Insekten und Vögel und vor allem für den Kleingärtner selbst.

Dass das so ist, weiß man nicht erst seit der Neuzeit. Begrünte Dächer gibt es schon lange. Ihre Ursprünge reichen bis in die vorchristliche Zeit zurück. Als Klimaschutz waren sie schon immer in extremen Klimazonen gefragt. Beispiele sind die Grassodendächer in
Skandinavien, Kanada, Afrika oder die mit Moos bedeckten Häuser in Island.
Der erste moderne Dachgarten in Deutschland entstand 1929 in Berlin. Insgesamt 4000 Quadratmeter Fläche hatte der. So viel Fläche kann eine Kleingartenhütte und selbst das Vereinsheim nicht bieten. Allerdings müssen es auch keine 4000 Quadratmeter sein, um die Vorteile eines begrünten Daches zu genießen.
Die offensichtlichste Wirkung die eine Pflanzenvegetation hat, ist der Schutz des Daches. Extreme Temperaturwechsel, Trockenheit, Feuchtigkeit und Hagelschlag können ihm so viel weniger anhaben. Selbst vor Sturmschäden ist das Dach so besser geschützt, es hält also wesentlich länger. Gleichzeitig sorgt die Dachbegrünung für ein angenehmes ausgeglichenes Innenraum-Klima, aber es schützt nicht nur das Haus und seine Bewohner, es schützt auch die Umwelt. Gerade in einer Zeit, in der immer mehr Flächen unter Asphalt verschwinden, haben Gründächer eine besonders wichtige ökologische Funktion.

Die Dachpflanzen binden Luftschadstoffe und sie verhindern den raschen Abfluss von Regenwasser. So wird auch das kommunale Abwassernetz entlastet. Und schließlich bietet es auch Lebensraum für unsere bedrohte Tierwelt.
Vor allem wenn zur Dachbegrünung auch Blütenpflanzen wie die vielen hervorragend geeigneten Sedum-Arten benutzt werden, finden dort Wild- und Honigbienen, Hummel und Schmetterlinge Nahrung und die wiederum bieten die Nahrungsgrundlage für viele unserer heimischen Vögel. Für Samenfresser wie beispielsweise unsere Finkenarten bietet das begrünte Dach vor allem im Herbst wenn die Nahrung knapp wird, ein großes Futterangebot. Auch wärmeliebende Eidechsen finden hier einen neuen Lebensraum. Und nicht zuletzt bietet die Dachvegetation auch Nistmöglichkeiten.

Wer das Dach seiner Kleingartenhütte begrünen will, kann sich gerne auf der Geschäftsstelle des Verbandes der Kleingärtner Baden-Württemberg beraten lassen. (telefonisch unter der Nummer 0721 / 35288-0)

Auch im Internet kann man sich unter dem Stichwort Dachbegrünung viele Anregungen holen.