Verband der Kleingärtner Baden-Württemberg e.V.

Sondergärten

Der ökologische Mustergarten des VKBW

Totes Holz, das ungenutzt in der Gegend herum steht, eine ungemähte Wiese in deren hohen Gras man sich fast schon verstecken kann und ein wilder Steinhaufen - da war wohl wieder jemand zu faul Ordnung zu schaffen und zu halten. So denken selbst heute - in einer Zeit in der doch jeder angeblich ein Naturliebhaber ist - viele Menschen, wenn sie einen Garten sehen, deren Besitzer auch der Natur ein wenig Freiraum lassen. Dabei reichen wenige Minuten der Aufmerksamkeit um die bunte Artenvielfalt in einem naturnahen Garten zu erleben. Der Verband der Kleingärtner Baden-Württemberg will mit seinem Mustergarten verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten eines Kleingartens Rechnung tragen. Kräuterspirale Hügelbeet und Streuobstwiese gehören zum traditionellen Gärtnern. Wildbienenhotel, Teich, Blumenwiese, Trockenmauer und Totholz sind Anregungen für jene, die sich und ihren Kindern ein echtes Naturerlebnis schenken wollen. Vor allem aber soll der Mustergarten des VKBW in Karlsruhe-Hagsfeld zeigen, dass traditionelles Gärtnern und Ökologie gut zusammen funktionieren. Auch in einem Kleingarten.

Die Blumenwiese

Blumenwiese

Klar, Schönheit ist Geschmackssache. Aber wer einen toten, kahlen, grünen Rasen schöner findet als die Blumenpracht einer naturnahen Wiese kann sich eigentlich nicht guten Gewissens Naturliebhaber nennen. Zumindest hat ein englischer Rasen wenig mit Natur zu tun. Vergleicht man die Zahl der Tiere, die auf beiden Biotope Nahrung suchen und finden, dann entspricht der englische Rasen der Wüste Gobi und die Blumenwiese dem tropischen Dschungel. Wenn auf der Blumenwiese des VKBW-Mustergarten im Sommer der blaue Natternkopf, der gelbe Horn- und der rote Wiesenklee, die geschützte rosa Esparsette und die vielen weißen Doldenblüter blühen, dann finden sich dort Hunderte von, Wildbienen, Schmetterlingen, Heuschrecken, Käfern und anderen Insektenarten ein.

Tiere, denen die meisten Menschen weit weniger Aufmerksamkeit schenken als dem schön schwarzrot gefärbten Hausrotschwanz, der mit den vielen Insekten auf der Blumenwiese seine Jungen im Nest unter dem Dach der kleinen historischen Gartenhütte des Mustergartens fütterte. Grüne Distelfinken und die schönen und recht selten gewordenen Hänflinge sind ebenfalls regelmäßig auf Futtersuche in der Blumenwiese. Ihren Durst löschen sie dann

Am Gartenteich

Wer einen kleinen, naturnahen und fischfreien Tümpel sein eigen nennt, der weiß, wie viel Leben sich dort einfindet. Auch wenn er im Schrebergarten natürlich nicht so groß sein kann wie der im Mustergarten. Selbst im kleinsten Tümpel finden sich rasch Libellenarten wie die blauschwarz gefärbten Großen Pechlibellen die Blaugrüne Mosaikjungfer, verschiedene rotgefärbte Heidelibellen und Teichjungfern ein. Während der heißen Sommermonate finden sich oft ganze Schwärme der recht selten gewordenen Feldsperlinge ein, um ein Bad zu nehmen, die großen Wasserfrösche leben das ganze Jahr im Gartenteich und unter der Wasseroberfläche tummelt sich ein ganzes Sammelsurium an Wasserinsekten und Insektenlarven. Darunter kleine Monster mit riesigen Glupschaugen, die räuberisch lebenden Libellenlarven.

Spätestens in einem Jahr werden die ersten von ihnen die Pflanzenstängel der Uferpflanzen hochklettern und sich dort langsam in eine Libelle verwandeln. Nirgendwo kann man so leicht die Verwandlung einer braunen unscheinbaren Libellenlarve zu einem farbenprächtigen faszinierenden Fluginsekt bewundern wie am Gartenteich. Kurzum: Die hundertste Fortsetzung über das Leben der Löwen oder der Elefanten in der Serengeti ist tödlich langweilig im Vergleich zu dem was ein Gartenteich an spannenden Geschichten für Kinder und für Naturliebhaber bereit hält. Wo allerdings die allseits beliebten Goldfische (oder andere Fische) den Gartenteich bevölkern, lohnt sich das Beobachten nicht mehr. Es sei denn man hält das Liebesleben eines Goldfisches für spannend. (Goldfische fressen einen Teich leer)

Das Totholz

Der Buchen-Spießbock

Der Buchen-Spießbock

Totes Holz und abgestorbene Bäume ist für den Menschen wertlos. Was für den Menschen keinen Nutzen hat ist Müll. Müll stört die Ordnung im Wald und im Garten. Müll muss weg. Und mit ihm Dutzende von Käferarten, für die totes Holz Lebensraum ist. Der einzige, den sie haben. Moschusbock, Eichenheldbock , Widderbock , SchrotZangenbock, Halsbock, eine ganze Gattung oft großer, farbenprächtiger und einst alltäglicher Käfer hat unseren Ordnungswahn mit dem Leben bezahlt. Daran werden die paar tote Holzstämme im Mustergarten nicht viel ändern. Allerdings sind es nicht nur die schönen Bock und der exotische Nashornkäfer, sondern insgesamt hunderte Insekten und Pilzarten für die Todholzinseln Lebensraum sind.. Dazu gehören auch viele Wildbienen und Hummelarten, die ihre Nester in totes Holz legen. Die wertvollen Blütenbestäuber ohne deren Arbeit jeder Kleingärtner seinen Garten vergessen könnte haben im Mustergarten also die Qual der Wahl. Nehmen sie ihr Zimmer lieber in der rustikalen TodholzHerberge oder mieten sie sich lieber im eleganten WildbienenHotel ein?

Das Wildbienenhotel

Wie wichtig Bienen und Hummeln für den Menschen sind, sollte man einem Kleingärtner eigentlich nicht erzählen müssen. Vielleicht aber, dass es nicht die Honigbiene allein ist, die ihm das Gärtnern ermöglicht. Im Gegenteil. Ohne die rund 540 Wildbienen und Hummelarten wäre die Arbeit der Honigbienen ziemlich bedeutungslos. Nicht nur, weil Hummeln meist früher aktiv sind wie Honigbienen. Um so schlimmer, dass heute 200 der wilden HonigbienenVerwandten dank dem Menschen gefährdet sind. Einige Arten sind in Deutschland bereits ausgestorben. Was also läge näher als den fleißigen Pflanzenbestäubern ihre Arbeit mit einer kostenlosen Herberge zu danken. So luxuriös wie die im Mustergarten muss sie gar nicht sein. Ein kleines Bündel aus hohlen Schilfrohren oder ein Stück großes Holz in das man Löcher bohrt, tun es auch. Wichtig ist nur, dass die Unterkünfte an einem trockenen und sonnigen Standort stehen.

Viele der Wildbienen leben im Gegensatz zur Honigbiene solitär, sie bilden also keine Völker.

Sie legen mehrere Eier, aber meist nur eines in jeweils einen Hohlraum. Das künftige Kinderzimmer verschließen sie dann zur Sicherheit mit einem kleinen Deckel.

Die Trockenmauer

Unverfugt und an sonnigen Standorten, sind sie Heimat für Mauer und Zauneidechsen. Notfalls tun es auch ein paar übereinaderliegende Steine, um den scheuen Tieren Unterschlupf zu bieten. In den Fugen zwischen den Steinen gehen Spinnen auf die Jagd und sie selbst werden wiederum von Eidechsen oder Schlupfwespen gejagt.
Auch hier gilt: Wer Zeit hat zu beobachten und die Geduld auch mal ohne Fernsehbildschirm ruhig sitzen zu bleiben, der erlebt so manche Episode aus einer alten und immer wieder dramatischen Serie, die da heißt: Fressen und Gefressen werden.
Beispielsweise die seltene Gescheckte Wegwespe, die auf dem Bild unten für ihre große Beute ein Versteck sucht. Nicht etwa, weil sie die durch ihr Gift gelähmte Spinne fressen will, sie benötigt lediglich ein Kinderzimmer für ihren Nachwuchs. Die Schlupfwespe legt nämlich ihre Eier in die gelähmte Spinne und für ihre schlüpfenden Jungtiere ist die Spinne dann nicht nur ein sicheres Kinderzimmer, sondern gleichzeitig auch noch Nahrung. Sie fressen die lebende Spinne nämlich von innen her auf.

Die Streuobstwiese

Gartenteich, Blumenwiese, Trockenmauer werden rasch besiedelt. Die Streuobstwiese ist dagegen naturgemäß eine Investition in die Zukunft. Nicht nur als Ertragsfläche sondern auch als Lebensraum. In den letzten Jahrzehnten wurde allerdings wenig investiert. Im Gegenteil die Streuobstwiesengürtel, die noch nach dem Krieg die meisten Dörfer im Landkreis umgaben sind heute größtenteils verschwunden und mit ihnen nicht nur der artenreichste Lebensraum Mitteleuropas, sondern auch viele alte Obstsorten. Namen wie Winterprinz, Brettacher, Schafsnase, Weihnachts oder Totenapfel zeugen heute noch von der großen Bedeutung, die der Streuobstbau für die Menschen in der Region einst besaß.
Artenreich ist eine Streuobstwiese weil sie aus verschiedenen Lebensräumen besteht. Da ist zum einen die Blumenwiese mit ihren vielen Insekten und da sind zum anderen die alten, knorrigen Obstbäume, in deren von Spechten gezimmerten Höhlen vom Steinkauz bis zum Wendehals viele seltene Vogelarten nisten. Aber auch für Fledermäuse und für viele Schmetterlinge sind diese Flächen ein wichtiger Lebensraum. Die Streuobstwiese im Mustergarten ist naturgemäß zu klein, um all diesen Tieren ihren Lebensraum zurück zu geben, aber selbst einzelne, alte Obstbäume, wie man sie in vielen traditionellen Kleingartenanlagen findet, können helfen die Wohnungsnot typischer Streuobstwiesenbewohner zu lindern. Vor allem, wenn man noch (wie es der Bezirksverband plant) spezielle Nistkästen für bedrohte Höhlenbewohner anbringt. Nistkästen also, die vor allem für Schnäpper und andere seltene Vogelarten geeignet sind. Der tausendste Meisennistkasten hilft der Natur nämlich wenig.

Die Hochbeete

Hochbeete sind ideal für Kleingärten. So ideal, dass man sich wundert, nicht mehr von ihnen in Schreberanlagen zu finden. Auf kleinstem Raum bieten sie einen optimale Ertrag. Zwei bis drei Mal soviel wie in einem gleichgroßen Flachbeet kann man in einem Hochbeet ernten. Und das ohne Superdünger. Ihr Geheimnis ist ihr Inhalt: Gartenabfälle, die im Laufe der Jahre verrotten. Wie in einem Komposthaufen entsteht bei der Zersetzung des Pflanzenmaterials Wärme und die heizt das Hochbeet von unten her auf. Ein Hochbeet ist also eine Anbaufläche mit eingebautem Heizkörper. Die Folge: Der HochbeetGärtner kann zeitiger säen und pflanzen als sein Schreberkollege und seine Pflanzen wachsen schneller. Auch weil die sich zersetzenden Pflanzenabfälle der ideale Dünger ist. Das Beste am Hochbeet aber ist: Es schont den Rücken des Gärtners. Auch ältere oder körperlich beeinträchtige Schrebergärtner müssen also dank des Hochbeets nicht auf ihr liebstes Hobby verzichten, wie beispielsweise auch der vom Bezirksverband rollstuhlgerecht eingerichtete Kleingarten in der Anlage Hagsfelder Allee beweist. Zwei Dinge gilt es zu beachten: Das Hochbeet sollte in Nord-Süd-Richtung angelegt werden und es darf nicht zu breit sein. Ganz ohne Gartenarbeit wächst nämlich auch im Hochbeet nichts.

Die Kräuterspirale

Kräuter verzaubern die Sinne. Die Augen mit ihren Blüten, die Nase durch ihren wunderbaren Duft und die Geschmacksnerven schließlich mit ihren Aromen. Und wenn ein Apfel am Tag tatsächlich den Doktor fernhält, wie ein englisches Sprichwort sagt( a apple a day keeps the doctor away), dann reichen ein paar Kräuter im Essen, um ewig jung zu bleiben. Garantiert. Ein sonniger Platz für Kräuter sollte sich dann auch in jedem Garten finden lassen. Der beste Platz aber für die wohlschmeckende Gesundheitsvorsorge ist eindeutig die Kräuterspirale. Dort können auf engem Raum eine Vielzahl von Kräutern angepflanzt werden und gleichzeitig ist eine gut gemachte Spirale ein dekoratives Element, das jeden Garten verschönert. Dass eine aus unverfugten Steinen gebaute Kräuterspirale, eine Art Trockenmauer in Kleinformat und daher auch ein kleiner, aber feiner Lebensraum für Eidechsen und Insekten ist, soll ausnahmsweise nur nebenbei erwähnt werden. Als Nährboden für die Kräuter eignet sich eine Mischung aus wenig Sand und aus humusreicher Komposterde. So entsteht ein lockerer und durchlässiger Boden, der sich im Frühjahr schnell erwärmt.


Alles was man sonst noch beim Bau einer Kräuterspirale oder eines Hochbeets wissen muss, kann man auf der Geschätsstelle des VKBW erfahren. Seine Fachleute beraten die Mitglieder gerne.


Behinderten-, Senioren- und Mehrgenerationengärten

Die Wurzeln des Kleingartenwesens waren immer sozial. Das gilt sowohl für die Armengärten des Landgraf Carl von Hessen, als auch für die Arbeitergärten des Roten Kreuz und für die erste Schreberanlage in Leipzig. Damals Ende des 19. Jahrhunderts ging es immer darum, Menschen zu helfen, denen selbst die elementarsten Dinge für ein menschenwürdiges Leben fehlte: Nahrung und Wohnraum.
„Wie können wir heute, in einer Zeit, in der kein Kleingärtner vom Hungertod bedroht ist, dieser sozialen Tradition gerecht werden?", fragten sich daher die Vorstandsmitglieder des Karlsruher Bezirksverbandes der Gartenfreunde, als sie Mitte Januar 1997 wie jeden Monat in der Geschäftsstelle des Bezirksverbandes der Gartenfreunde zusammen

Die Behindertengärten

hre Antwort: Wir bauen einen behindertengerechten Kleingarten. Ein Kleingarten sollte es sein, der tatsächlich von körperlich beeinträchtigten Menschen bewirtschaftet wird und nicht etwa von deren Betreuern oder Familienangehörigen. „Bevor wir den Plan umsetzen konnten, mussten wir aber Partner finden, die bereit waren, uns fachlich und finanziell zu unterstützen“, erinnert sich der Vorsitzende des Bezirksverbandes, Alfred Lüthin. Mit dem Verband der Kleingärtner Baden-Württemberg (VKBW) und dem Liegenschafts- beziehungsweise dem Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe waren die Partner rasch gefunden, und als sich mit dem querschnittsgelähmten Ehepaar Leonardo und Gudrun Di Genova noch zwei begeisterte Kleingärtner meldeten, konnte der Bau des Behindertengarten in der Kleingartenanlage „Hagsfelder Allee“ beginnen. Hochbeete wurden angelegt und breite, rollstuhlgerechte Wege gebaut. Im Sommer 1998 wurde der Garten schließlich offiziell eröffnet. Bis heute bewirtschaftet das Ehepaar die Genova mit großer Begeisterung ihren Kleingarten.

Der Erfolg des Behindertengartens sprach sich rasch herum, und so entstand in der Kleingartenanlage Durlach Süd der zweite Behindertengarten des Verbandes der Kleingärtner Baden-Württemberg. Beide Kleingärten zeichnet aus, dass sie sich kaum von den Schrebergärten in ihrer Nachbarschaft unterscheiden. Die beiden Behindertengärten sind also sehr gut in die Anlagen Hagsfelder Allee beziehungsweise „Durlach Süd“ integriert. Und mit ihnen auch ihre Rollstuhl fahrenden Pächter. Ihre Kleingärten geben den körperlich behinderten Kleingärtnern also nicht nur eine sinnvolle Aufgabe, sie ermöglichen ihnen auch das zu sein, was Behinderte im Alltag oft vermissen: Ein ganz normaler, unauffälliger und vollständig akzeptierter Teil einer Gemeinschaft.


Senioren und Mehrgenerationengärten

Ende 2005 war der Bezirksverband wieder auf der Suche nach Partnern. „Damals stellten wir bei einer Vorstandssitzung fest, dass zwar in fast jeder unserer Kleingartenanlagen Schulen oder Kindergärten einen Garten bewirtschaften, dass aber entgegen der demographischen Entwicklung Angebote für Senioren vollständig fehlen“, erzählt Alfred Lüthin.

Mit dem Anna-Walch Haus, das unmittelbar in der Nähe einer Kleingartenanlage liegt, war rasch ein passendes Senioren- und Pflegeheim für den Bau eines eigenen Seniorengarten gefunden. Gemeinsam mit der Curatio GMBH, dem Träger des Anna-Walch Haus und der Stadt Karlsruhe, wurde das einzigartige Projekt dann verwirklicht.

Mitte 2006 wurde der Seniorengarten in der Kleingartenanlage „Im Albgrün“ offiziell eröffnet. Einige Jahre haben die Senioren des Anna Walch Haus also inzwischen schon im eigenen Kleingarten verbracht. Sie haben Tomaten, Salat, Schnittlauch und andere Kräuter in den seniorengerechten Hochbeeten angebaut oder einfach nur die warmen Frühlingstage in ihrer eigenen Oase im Grünen genossen. Viele von ihnen wollen die Tage in ihrem Seniorengarten heute nicht mehr missen. „Wenn ich hier im Grünen an der frischen Luft bin, unsere schönen Blumen sehe und ihre tollen Düfte rieche, vergesse ich alles“, beschreibt eine der pflegebedürftigen Seniorinnen, wie ihr der Kleingarten inzwischen an das Herz gewachsen ist.

In Sinzheim, unweit von Rastatt, entsteht in der Nähe eines Seniorenheims derzeit das neueste und bisher größte Projekt des Bezirksverbandes der Gartenfreunde. Auf einem mehrere Hektar großen Gelände baut der Bezirksverband dort gemeinsam mit der Curatio GmbH, dem Verband der Kleingärtner Baden-Württemberg und der Stadt Sinzheim, einen Mehrgenerationengarten.

Ein Schulgarten, ein Garten für Kindergarten-Kinder, ein Streichelzoo, ein Demenz- und ein Seniorengarten werden die zentralen Bestandteile des Mehrgenerationengarten sein. „Hier wollen wir die Generationen wieder zusammenbringen“, beschreibt Lüthin die Idee, die hinter diesem bundesweit einzigartigen Vorhaben steht. Kinder und Schüler sollen von dem Wissen der Senioren profitieren und die Senioren vom Elan und dem Leben, das ihre jungen Nachbarn in den Mehrgenerationengarten bringen.


Die Schulgärten

Schulgarten

„Spaß soll es machen“, sagt der Lehrer Wolfgang Schlindwein
und „Spass macht es tatsächlich“, bestätigen Nadja, Michael, Janine, Michi und Saskia.
Die fünf Schüler gehören zu den vielen Kindern, die in den Kleingartenanalgen des Verbandes der Kleingärtner Baden-Württemberg einen Schulgarten bewirtschaften.
Dem VKBW ist die Förderung von Schulgärten, aber auch von Kleingärten, die von Kindern aus dem Kindergarten gemeinsam mit ihren Erzieherinnen bewirtschaftet werden, ein besonders wichtiges Anliegen. „Jeder profitiert von solchen Gärten, vor allem natürlich die Kinder, aber auch die Lehrer und nicht zuletzt das Kleingartenwesen", erklärt der Vorsitzende des VKBW, Alfred Lüthin.
Wolfgang Schlindwein kennt die Vorteile, die ein Schulgarten für Pädagogen und Kinder hat. „Durch die Bewegung im Garten verbessert sich die Konzentrationsfähigkeit unserer Schüler, außerdem können wir mit unserem Garten auch Teile, der im Bildungsplan vorgeschriebenen Unterrichtsinhalte vermitteln“, beschreibt er, wie es ist wenn der Schulgarten zum grünen Klassenzimmer wird.

Ein gemeinsamer Garten ist also nicht nur positiv für die Entwicklung der Kinder, er ist auch die ideale Ergänzung für den Unterricht. Für den Biologie- oder Naturkundeunterricht beispielsweise. Bilder von Schmetterlingen oder Vögeln können noch so schön sein, die Realität ist schöner. Einen Schmetterling im eigenen Garten beim Blütenbesuch zu beobachten, Vogeleltern beim Füttern, eine Ringelnatter auf der Jagd nach den Fröschen im Gartenteich oder eine Eidechse beim Sonnen auf der Mauer, das hinterlässt bleibenden Eindruck bei den Kindern. Informationen, die mit solchen Beobachtungen verknüpft werden, müssen nicht auswendig gelernt werden sie bleiben fast von alleine im Gedächtis hängen.

Auch die gesunde Ernährung lässt sich mit einem Schulgarten leichter vermitteln als durch den erhobenen Zeigefinger Schließlich schmeckt kaum etwas besser als die Früchte aus dem eigenen Garten. Mit denen lässt sich auch der Kochunterricht in der Schul- oder Kindergartenküche leichter gestalten als mit gekauften Produkten.

Positiv für die Entwicklung der Persönlichkeit ist die Arbeit an einem gemeinsamen Projekt ohnehin. Die Bewirtschaftung des Kleingartens stärkt das Gemeinschaftsgefühl, die soziale Kompetenz und das Verantwortungsgefühl der Kinder. Wer für die Salatpflanzen verantwortlich ist und sie nicht gießt, erlebt ganz schnell und unmittelbar, was es heißt, seine Aufgaben zu vernachlässigen.

Für das Kleingartenwesen liegt der Vorteil auf der Hand: Die Schulgärtner von heute sind oft die Schrebergärtner von morgen. Jeder Kleingartenverein, der einen Kleingarten an eine Schule oder an einen Kindergarten vergibt, arbeitet also an der Zukunft des Kleingartenwesens