Verband der Kleingärtner Baden-Württemberg e.V.
Neue Schädlinge
Der Buchsbaumzünsler wurde erst vor wenigen Jahren aus Ostasien nach Europa eingeschleppt. Er ist vor allem für das gleichnamige Ziergehölz eine Gefahr. Die gelb, grün und schwarz gestreiften Raupen des kleinen, schwarz-weiß gefärbten Falters sind enorm gefräßig. Die etwa fünf Zentimeter langen Raupen fressen Buchsbäume vollständig kahl und nagen sogar die Rinde junger Äste ab. Bereits im zeitigen Frühjahr beginnen die in großen dichten Gespinsten überwinternden Raupen des Buchsbaumzünslers mit ihrem Zerstörungswerk, zwei bis drei Generationen bildet der Schädling im Jahr, da bleibt bis Ende des Jahres von einem Buchsbaum nicht mehr viel übrig.
Die aus Amerika stammende Walnussfruchtfliege trat erstmals vor fünf Jahren in Südbaden auf und hat sich inzwischen entlang des Rheins über mehrere Bundesländer ausgebreitet. Die Walnussfruchtfliegen sind acht bis zehn Millimeter lang, haben einen weiß-gelblichen Körper mit bräunlichen Streifen, und durchsichtigen, schwarzgestreiften Flügeln. Ihre Weibchen legen im Juli bis zu 25 Eier in die saftig-grünen Fruchthülle der Nüsse. Die daraus schlüpfenden Maden ernähren sich dann von dem Gewebe der von der Fruchthülle. Die Hülle beginnt zu faulen und verfärbt sich schwarz. Die Nüsse selbst sind zwar durch die Samenschale vor den Attacken der Fruchtfliege geschützt, bleiben also genießbar, sind aber nur noch eingeschränkt lagerfähig. Außerdem sind die fauligen Hüllen wenig appetitlich. Sind die vier bis sechs Millimeter langen, gelblich gefärbten Larven der Walnussfruchtfliege ausgewachsen verlassen sie die Walnüsse, lassen sich zu Boden fallen und graben sich in den Erdboden ein. Dort überwintern sie dann.
Die Maulbeerschildlaus lebt schon seit einigen Jahrzehnten in Deutschland. Der ursprünglich vermutlich aus Asien stammende Schädling wurde bereits im 19. Jahrhundert nach Italien eingeschleppt und hat sich von dort vor einigen Jahrzehnten über ganz Mitteleuropa ausgebreitet. So richtig zum Problem wurde die Maulbeerschildlaus aber erst in den letzten Jahren. Vor allem in Pfirsichplantagen verursacht die Laus große Schäden, aber auch andere Obstbäume, Johannisbeeren, heimische Laubbäume und viele Ziergehölze können durch den Schädling stark geschädigt werden. Sind die Pflanzen stark befallen wirken Stamm, Äste und Zweige wie gekalkt oder mit weißer Farbe gestrichen
Alle drei dieser neuen Schädlinge, haben eine unangenehme Eigenschaft gemeinsam: Sie sind schwer zu bekämpfen. Wirksame für den Kleingarten geeignete Insektizide gibt es bisher kaum, dem Kleingärtner bleibt also nur die mechanische Methode. Die Maulbeerschildblaus kann man mit einer Drahtbürste abbürsten. Die Raupen des Maulbeerzünslers muss man von der befallenen Pflanze ablesen, die Gespinste herausschneiden und das Ganze dann über den Restmüll entsorgen.

















