Verband der Kleingärtner Baden-Württemberg e.V.

Wie wär‘s mit einem Besuch im Botanischen Garten des KIT?

Schon bald nach der Stadtgründung 1715 schuf man in Karlsruhe botanische Gartenanlagen, sowohl als Lust- und Schaugärten als auch als wissenschaftliche Gärten. Im Laufe der Jahre wurden sie von bedeutenden Botanikern geleitet, die neben der „Belustigung“ an schönen Pflanzen viel für die botanische Forschung und Lehre geleistet haben (https://kit-garten-freunde.de/wissenswertes-zum-botanischen-garten). Es ist wichtig zu wissen, dass der Botanische Garten des KIT als Ort der botanischen Forschung aus dem Botanischen Garten am Schloss hervorging. Seit dem Jahr 1956 befindet sich der Botanische Garten des KIT am heutigen Standort. Er dient als ein besonderes Bindeglied zwischen Mensch, Natur und Wissenschaft. Ohne den eigenen botanischen Garten wären Forschung und Lehre am Botanischen Institut des KIT nicht denkbar.
In der Forschung sind Modellpflanzen notwendig, die in geeigneten gentechnischen Anlagen kultiviert werden. Für die aktuelle Forschung sind jedoch nicht nur die Gewächshausanlagen für transgene Pflanzen wichtig, sondern auch der Bestand eines möglichst großen Artenspektrums, auch auf dem Freigelände. Außerdem spielt der systematische Austausch mit anderen botanischen Gärten eine immer größere Rolle, z. B. über den Verband Botanischer Gärten e. V. (www.verband-botanischer-gaerten.de).
Neben der Möglichkeit, den Garten für studentische Forschungsprojekte zu nutzen, erfüllt er eine Vielzahl weiterer Zwecke in der Lehre: Er liefert nicht nur das Pflanzenmaterial für Praktika, sondern wird auch für Exkursionen und den Vergleich von Pflanzenformen genutzt. In der „Grünen Schule“ entwickeln Lehramtsstudierende pädagogische Angebote und setzen diese in Zusammenarbeit mit Schulen aus dem Raum Karlsruhe in die Praxis um.
Was den Artenschutz betrifft, so wirkt der Botanische Garten des KIT schon seit vielen Jahren als „Arche Noah“ für bedrohte Pflanzenarten. Seine Sammlung der fast ausgestorbenen Europäischen Wildrebe ist sogar Teil des Nationalen Plans für pflanzengenetische Ressourcen und auch international anerkannt. An diesem Beispiel wird sichtbar, dass Schützen und Nutzen keine Gegensätze sind – wurden doch in diesen Reben spannende Immunitätsfaktoren gefunden, die nun züchterisch für den nachhaltigen Weinbau genutzt werden können.
Neben seiner Funktion als „Werkzeug“ zur Arterhaltung dient der Botanische Garten des KIT auch als Galerie für viele interessante Pflanzen, z. B. den ca. 25 Meter hohen Mammutbaum auf dem Freigelände, das lebende Fossil Wollemie, das vor wenigen Jahren im australischen Regenwald entdeckt wurde, den riesigen Baum der Reisenden, der mit 14 Meter bereits seine volle Höhe erreicht hat, sowie der Gnetum-Baum, der als Missing Link zwischen Nackt- und Bedecktsamern gilt.
Heute dienen botanische Gärten auch als Orte, an denen Forschung und Öffentlichkeit miteinander in Dialog treten können. Deshalb gibt es auf dem Gelände des Botanischen Gartens des KIT für die interessierte Öffentlichkeit seit 2004 regelmäßig Veranstaltungen, die seit 2017 auch vom Verein der Freunde und Förderer des Botanischen Gartens des KIT tatkräftig unterstützt werden. Unter anderem gibt es etwa monatlich eine Führung oder einen Fachvortrag mit dem Ziel, die jeweiligen Teilnehmer differenziert und durchaus auch kritisch an die aktuellen Fragen der botanischen Forschung heranzuführen (https://kit-garten-freunde.de/veranstaltungen).

Prof. Dr. Peter Nick, Josef Franz,
Dr. Michael Riemann