Verband der Kleingärtner Baden-Württemberg e.V.

Workshop „Naturnahes Gärtnern“

Im naturnahen Garten der Geschäftsstelle des VKBW gaben die Studentinnen Lilian Spannagel (oben rechts) und Julia Haelke vielfältige Tipps für den eigenen Garten.

In vielen potenziellen Naturräumen, wie unseren Gärten oder auch auf anderen Grünflächen der Städte, wird oft alles fein säuberlich abgemäht und ‚ordentlich’ gehalten. Das ermöglicht aber nur wenig Lebensraum für heimische Pflanzen und Tiere. Das war auch der Grund für uns, einen Workshop zu diesem Thema zu veranstalten. Denn: Jeder hat die Möglichkeit, etwas für den Naturschutz zu tun. Mit einfachen Tipps lässt sich der eigene Garten schnell zusammen mit der Natur gestalten“, sagen Lilian Spannagel und Julia Haelke, Master-Studentinnen in Biodiversität und Umweltbildung an der PH Karlsruhe und Initiatoren des Workshops „Naturnahes Gärtnern“. Ende Juli fand dieser auf dem Gelände der Geschäftsstelle des VKBW statt. Hier konnten die Studentinnen den Seminarraum wie auch den naturnahen Garten vor der Tür als Veranstaltungsfläche nutzen.

Gärtnern für alle Sinne

„Da auch uns das Thema sehr am Herzen liegt, war es gar keine Frage, die beiden zu unterstützen“, so Alfred Lüthin, Vorsitzender des VKBW. Aufgebaut war der Workshop sehr vielfältig. Nach einer kurzen Einführung zum Thema „Biologische Pflanzenschutzmittel und Nützlinge im Garten“ ging es für die rund 20 Teilnehmer in den naturnahen Garten. „Wir hatten hier 13 Stationen zum Thema verteilt sowie Fühl- und Schmeckstationen vorbereitet. Nach ein paar einführenden Worten konnte sich im Anschluss jeder nähere Informationen an den Stationen aneignen und auch mal selbst Hand anlegen“, erklärt Lilian Spannagel. So bestand an der Insektenstation die Möglichkeit, ein Insektenhotel aus einer Blechdose anzufertigen. Zum Anregen der Sinne konnten die Teilnehmer die Fühlstationen des Barfußpfads ausprobieren. Und an den Schmeckstationen gab es Infused Water, aus dem verschiedene Kräuter des Gartens herausgeschmeckt werden sollten. „Als kulinarisches Highlight durften außerdem ein paar Snacks aus Kräutern und selbst gemachtes Brennnesselpesto probiert werden“, erzählt Julia Haelke. Die Resonanz der Teilnehmer zum Workshop war durchwegs positiv. „Was die beiden hier auf die Beine gestellt haben, war wirklich beeindruckend. Es ist schön zu sehen, dass sich immer mehr Leute für so ein wichtiges Thema wie den Artenschutz einsetzen“, sagt Alfred Lüthin.

Der Natur näherkommen

Lilian Spannagel und Julia Haelke hoffen nun, dass sie den Teilnehmern wertvolle Tipps für den eigenen naturnahen Garten mitgeben konnten. „Jeder hat die Möglichkeit, einen Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Dabei hat ein naturnaher Garten auch für den Gärtner selbst Vorteile. Ein Garten kann sich, je naturnaher er ist, umso besser im ökologischen Gleichgewicht halten. Auf Chemikalien kann und sollte somit verzichtet werden“, sagt Lilian Spannagel. „Außerdem denken viele Gärtner, dass ein naturnaher Garten aufwendiger sei als ein ordentlicher. Dabei ist das ein großer Irrtum. Abgesehen davon, dass es in einem Garten mit wilden Ecken, heimischen Büschen, Reisighaufen und schönen heimischen Blütenpflanzen viel mehr zu entdecken gibt, ist dieser Garten auch zeitsparender und bringt uns außerdem wieder der Natur etwas näher.“