Verband der Kleingärtner Baden-Württemberg e.V.

Preisträger der Schulgarteninitiative 2018/2019

„Schulgärten lassen Kinder und Jugendliche die Natur auf kurzem Weg und aus nächster Nähe erleben. Es kann Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt praxisnah vermittelt werden. So entwickeln Schüler bereits frühzeitig ein ökologisches Bewusstsein“, ist Alfred Lüthin, Vorsitzender des Verbands der Kleingärtner Baden-Württemberg (VKBW), überzeugt. Seit vielen Jahren unterstützt der Verband bereits die Schulgarteninitiative des Ministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, um den Kindern das Lernen in und mit der Natur zur ermöglichen. Im Schuljahr 2018/2019 haben 136 Schulen aus Baden-Württemberg an der Initiative teilgenommen. Zu den Besten zählen auch die Albert-Schweitzer-Schule II in Freiburg und die Tullaschule in Karlsruhe. Sie wurden zu Beginn des neuen Schuljahrs im Namen des Ministeriums vom VKBW ausgezeichnet und erhielten ein Preisgeld von 200 und 300 Euro. „Schulgärten sind wichtige Lehr-, Lern- und Naturerfahrungsorte. Dies wurde im Rahmen unserer gemeinsamen Initiative wieder einmal sehr deutlich. Mit ihren kreativen Projekten holen Schüler und Lehrkräfte die Natur in den Unterricht, ganz im Sinne der Leitperspektive ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘“, sagten Landwirtschaftsminister Peter Hauk (MDL) und Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann anlässlich der Bekanntgabe der Gewinner.


Im Schulgarten lernen die Kinder der Tullaschule Karlsruhe auch, wie das wachsende Gemüse geerntet und dann zu gesunden Snacks verarbeitet wird.

Mit viel Engagement

Insgesamt gab es drei verschiedene Stufen, denen die Schulgartenaktivitäten an den teilnehmenden Schulen zugeordnet wurden:

• Stufe 1: Die Schulgemeinschaft hat einen Schulgarten geplant oder bereits erste Schritte eingeleitet.
• Stufe 2: Der Schulgarten hat sich etabliert und weist Vielfalt auf.
• Stufe 3: Der funktionierende und vielfältig im Schulleben genutzte Schulgarten ist in Netzwerke eingebunden.

Stufe 3 und damit die höchste Auszeichnung für „hervorragende Schulgartenarbeit“ erhielt die Albert-Schweitzer-Schule II in Freiburg. Montags bis donnerstags kümmern sich die Schüler der Werkrealschule hier klassenübergreifend und unter Betreuung um einen Garten. Dazu gehören beispielsweise Tätigkeiten wie die Beete zu pflegen, den Inhalt der Beete zu bestimmen und kennenzulernen (Blumen, Kräuter, Gemüse, Obst) oder Holz zu sägen und zu lagern, das für Garten- und Grillfeste genutzt wird. Außerdem werden ganze Unterrichtseinheiten und Projekte im Schulgarten durchgeführt. „Die Kinder haben beispielsweise schon gemeinsam ein Weidenhaus und einen Barfußpfad gebaut. Man merkt mit wie viel Engagement und Herz die Schüler bei der Sache sind und den Garten pflegen“, so Alfred Lüthin, der zur Preisverleihung die Schulgärten besucht hat.

Ausgezeichnete Schulgartenarbeit

Auch die Tullaschule Karlsruhe konnte sich beim Schulgartenwettbewerb über eine erfolgreiche Platzierung freuen. Die Grundschule erreichte Stufe 2 und wurde mit dem Prädikat „vorbildliche Schulgartenarbeit“ ausgezeichnet. Eine eigene Arbeitsgemeinschaft pflegt den Garten und lädt andere Schüler regelmäßig zu klassenbezogenen Projekten ein. „Hier ist nicht nur einfach ein Garten angelegt worden, die Kinder haben dem Ort auch Leben eingehaucht“, sagt Alfred Lüthin. Außerdem überzeugte die Tullaschule durch Projekte über das Gartengelände hinaus. So hat die VKL-Klasse 2 am Projekt „Unser Essen – unser Klima“ des Karlsruher Vereins „Tischlein deck dich“ teilgenommen. Gemeinsam haben die Kinder zuerst die Namen von Kräutern und anderen Pflanzen aus dem Schulgarten kennengelernt, die sie dann suchen und ernten durften. Im Anschluss wurde ein gesundes Vollkornbrot gebacken und ein leckerer Kräuterquark für ein gemeinsames Frühstück angerührt.


Begegnung mit der Natur

„Schulgärten helfen dabei, Kindern und Jugendlichen einen Bezug zur Natur zu vermitteln und sie mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen vertraut zu machen. Im Schulgarten pflanzen die Schüler ihre eigenen Pflanzen an und lernen ,wie viel Wissen, Mühe und Zeit notwendig sind, um sie zu pflegen und später auch zu ernten“, so Dr. Susanne Eisenmann. „Dies bedeutet auch, dass Schüler die Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten hautnah kennenlernen. Vor allem bekommen sie aber das Know-how vermittelt, wie sie, heute und später als Erwachsene, ihr Lebensumfeld so gestalten können, dass Lebensräume sowie Nahrungsangebote für eine Vielzahl an Arten entstehen“, betonte Minister Hauk.
Neben den Geldpreisen erhielten die Schulen eine durch das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport vorbereitete Urkunden sowie eine Plakette als Zeichen für ihre hervorragende Schulgartenarbeit. Zahreiche Verbände und Einrichtungen wie der VKBW unterstützen die Initiative und stehen den Schulen mit der Stiftung der Preise und ihrem fachlichem Wissen zur Seite.
Alfred Lüthin ist überzeugt: „In einem Schulgarten lässt sich Bildung ganz praktisch erfahren. Nahezu jedes Schulgelände kann mit gärtnerischen Elementen ausgestattet werden oder die Kleingartenvereine und -verbände stellen Kleingartenflächen innerhalb ihrer Strukturen bereit und ermöglichen so eine unmittelbare Begegnung mit der Natur und das Entdecken ökologischer Zusammenhänge.“