Verband der Kleingärtner Baden-Württemberg e.V.

Ideenwerkstatt „Stadtgärten 2020“ Bern

Das Thema „Gärtnern in der Stadt“ stieß bei der Berner Stadtbevölkerung auf großen Anklang. Der Einladung des Stadtgrüns Bern zur Präsentation der Projektideen sind zahlreiche Gäste gefolgt.

Gärten, die zusammenwachsen

Damit verfolgt die Stadt Bern ein ähnliches Ziel wie Karlsruhe. Mit dem Kleingartenentwicklungsplan soll auch hier ein zukunftsfähiges und gerechtes Kleingartenwesen entstehen, das den Herausforderungen einer wachsenden Stadt begegnet. „Es ist wichtig, Kleingärten, aber auch neue Formen wie Urban Gardening oder Urban Farming auszubauen, um Städte noch lebenswerter zu machen. Gerade diese grünen Orte spielen für die Biodiversität, den Biotopschutz, die Ökologie sowie den Umwelt-Bildungsauftrag eine wichtige Rolle“, betont Alfred Lüthin. Der Vorsitzende der Gartenfreunde Karlsruhe wurde als Experte nach Bern eingeladen, um die eingereichten Ideen mitzudiskutieren. 24 Projekteingaben sind bis Ende Januar 2019 bei Stadtgrün Bern eingetroffen. Die Projekte sind vielfältig und umfassen Ideen zur Aufwertung des Wohnumfelds, Mitmach-Gärten für Schulkinder, Gärtnern in städtischen Parkanlagen, einen Kleegarten bis hin zu Pilzen im Keller, Beeren im Viertel und einer Igelsafari. Ende Oktober 2019 wurden diese Ideen nun vorgestellt. „Die gut besuchte Veranstaltung hat gezeigt, dass das Thema ‚Gärtnern in der Stadt‘ bei der Stadtbevölkerung auf großen Anklang stößt. Stadtgärten lassen Menschen zusammenwachsen“, sagt Alfred Lüthin. Beispielsweise hat eine Gruppe von mittlerweile 27 Personen eine Rasenfläche in Bern in einen stattlichen Gemüsegarten mit Blumeneinfassung umgewandelt. Durch das Gärtnern ist eine Gemeinschaft entstanden. Einmal pro Monat trifft sich die engagierte Gruppe und bespricht die anfallenden Arbeiten. Die verschiedenen Urban-Gardening-Projekte in Bern haben bereits erste Alternativen zu den klassischen Kleingärten aufgezeigt. Sie werten den öffentlichen Raum auf und verbinden die Menschen. Denn bei allen Projekten spielt Gemeinschaft eine wichtige Rolle. Ebenfalls wird großer Wert auf die Förderung der Biodiversität gelegt.

Am Puls der Zeit

Zwölf der eingegangenen Projekte haben sich als kurzfristig umsetzbar erwiesen und konnten mit Unterstützung durch Stadtgrün Bern realisiert werden. So wurde im Projekt „Bunte Baumscheiben“ die Grünfläche rund um einen Baum mit einheimischen Wildstauden bepflanzt. Diese verschönern das Stadtbild und bilden kleine Inseln für Insekten und Kleintiere. Eine größere Insel für Tiere schuf man, indem Gärten miteinander verbunden und igelfreundlich gestaltet wurden. „Gärtnern in der Stadt ist hochaktuell und liegt im Trend. In Bern hat die Ideenwerkstatt ‚Stadtgärten 2020‘ bereits gezeigt, was alles möglich ist. Die Gesellschaft verändert sich und somit die Ansprüche an Größe, Nutzungsdauer und Ausstattung eines Kleingartens. Um auch die Zukunft der Karlsruher Kleingärten zu sichern, ist es daher wichtig, offen für neue Ideen zu sein und sich nicht zu verschließen. Wir müssen am Puls der Zeit bleiben“, so Alfred Lüthin. Bis Frühjahr 2020 soll auch in Karlsruhe ein ausgearbeitetes Konzept für den Kleingartenentwicklungsplan vorliegen.