Verband der Kleingärtner Baden-Württemberg e.V.

197. Jahreshauptversammlung der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft (DGG)

In seinem Eingangsstatement forderte der österreichische Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka für die grüne Stadt der Zukunft vernetztes Handeln auf allen Ebenen. Dazu zählten die Vernetzung von Gemeinden für mehr Lebensqualität auf dem Land und der interdisziplinäre Austausch zwischen Grün- und Städteplanern. Es braucht natürlich auch die gesetzliche Verankerung von Grün. Hierzu berichtete Petra Schwarz von der Berlin Immo Invest Gruppe, wie das Unternehmen mit Kleingärten umgeht, die größer sind als im Bundeskleingartengesetz festgeschrieben. Es werden im Einvernehmen mit den Pächtern Veränderungen gemäß der Verordnung vorgenommen, so dass auch Bebauung möglich ist und zudem Gemeinschaftsgärten entstehen können. Die Projektentwicklungsgesellschaft engagiert sich im rasant wachsenden Bezirk Berlin-Pankow auch für Kinder und Jugendliche.

Gartenschauen als Schlüsselfunktion
Der Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen (NRW), André Kuper, sieht eine hohe Wohnungsnot vor allem in den Universitätsstädten. Naturräume müssen beim Bauen eine Rolle spielen. Gartenschauen sind hier wichtige Instr­umente zur Wissensvermittlung und bewegen Menschen und Regionen. Sie leisten einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, zum Ausbau der grünen Infrastruktur und im Kampf gegen den Klimawandel. Auch für Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbands Gartenbau NRW, haben Gartenschauen eine Schlüsselfunktion, um den Gärtnerberuf in allen Facetten und Nachhaltigkeitsthemen vorzustellen.

Bürger für Grün begeistern
Der Bereichsleiter für Grün der Stadt Wolfsburg, Götz Stehr, sieht einen enormen Mangel für die Ausbildung von Fachpersonal. Die Gärtner müssen nur noch Masse bewirtschaften, es gibt kaum noch gut ausgebildetes Fachpersonal. Auch die andauernde Trockenheit ist ein riesiges Problem. Damit die Bäume gerettet werden können, müssen wir auf dem Land das Grundwasser schützen. Zudem könnten die Millionen von Privatgärten einen Beitrag leisten, Wasser zu sparen und zu speichern. Für das Land Baden-Württemberg sieht die Situation anders aus als in NRW, Berlin oder Österreich. Dies bestätigte die Staatssekretärin für Ländlichen Raum Baden-Württemberg, Friedlinde Gurr-Hirsch, MdL. 74 Prozent aller Menschen leben auf dem Land, haben Arbeit und können fast wie in der Stadt die gut ausgebaute Infrastruktur nutzen. Damit die Bürger sich auch für Grün begeistern können, fordert sie Gartenbauvereine auf, als Ausbildungsbotschafter an die Schulen und Kitas zu gehen. Verbessert werden sollte auch die Qualität der Ausbildung für den GalaBau im Bereich Pflanzenkenntnisse. In Rheinland-Pfalz wiederum hat Grün Aufwind bekommen. Mit der „Aktion Grün“ tourt Umweltministerin Ulrike Höfken durchs ganze Land. Gerade junge Leute sollten für den Umweltschutz gewonnen werden, weshalb auch die Naturparks in RLP und Projekte wie die Minigärtner oder die BAG Schulgarten von hoher Bedeutung sind. Nachhaltige Ernährung und eine nachhaltige Mobilität haben für das Ministerium eine Schlüsselfunktion.